17.06.20

Wie gefährlich sind wir?

Sind es wirklich erst dreieinhalb Monate, seitdem sich unsere Straßenbilder so krass verändert haben? Kaum zu glauben… manchmal fühlt es sich schon wie eine halbe Ewigkeit an. Durch unsere kleine Spielstraße fahren kaum noch Autos. Morgens, kurz vor dem Schulbeginn, fehlt die Rushhour. Bahnhöfe und Züge sind beinahe leer. Überall halten wir Abstand voneinander. Und Mund und Nase sind bedeckt. Beeindruckende Bilder, die unser Unbewusstes da zu verarbeiten hat. Wofür stehen sie? Woran erinnern sie uns?

Menschen mit Mundschutz erinnern uns an Gefahr. An Ansteckung und Krankheit. Tief in uns werden kollektive Erinnerungen an Seuchenzeiten wach. Unglück, Chaos und Leid. Ganze Familien wurden während der Pest oder auch in der großen Grippewelle Anfang des 20. Jahrhunderts in wenigen Tagen ausgelöscht. Wer überlebte, trug Trauer im Herzen; oft auch eine große Hoffnungslosigkeit. Wut auf das Schicksal. Das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Kommt euch das bekannt vor? Viele berichteten uns in den vergangenen Wochen von ähnlichen Gefühlen. Das alltägliche Straßenbild suggeriert Gefahr. Dass sie künstlich erschaffen wurde, vergessen wir. Unsere kollektive Erinnerung an schreckliche Zeiten ist machtvoller. Was können wir tun, um unseren Blick erneut ins JETZT zu wenden? Wie lassen wir destruktive Gedanken und Gefühle los?

Zunächst einmal: wir sind Menschen; die Ausdrucksform einer großen Lichtseele. Wir sind weder gefährdet noch gefährlich. Wir sind unendlich kreativ, haben Jahrhunderttausende Evolution überlebt, fleißig gelernt und uns entwickelt. Wir sind Ausdruck Göttlicher Schöpfungsenergie – und die schafft und erschafft erfahrungsgemäß alles! Vielleicht atmen wir erst einmal entspannt aus, und lösen uns von allen verschobenen Vorstellungen über uns? Göttliche Quelle, nimm alle Unwahrheit von mir. Nimm allen Irrtum und jede Verzerrung aus meinem Bewusstsein. Lass mich fühlen, wer ich wirklich bin: reinstes, Göttliches Liebeslicht! Unendlich, ewig und gesund! Danke, dass du mich immer daran erinnerst…

Als nächstes könnten wir die Menschheit und ihre Geschichte segnen. Bewusst anwesend im Geist der Liebe segne ich uns alle. Ich segne alle Opfer jeder Seuche, jedes Krieges und allen Leids. Ich segne auch die Verursacher allen Leids. Ich weiß, dass wir verbunden sind, und löse mich aus der Opfer-Täter Illusion. Ich segne alles was war, ist und sein wird! Ich bitte die Göttliche Quelle: reinige die menschlichen Angstfelder, und lass uns erkennen, wer wir sind. Danke, Liebeslicht, dass du uns heilst und förderst. Wie fühlt sich das an, ihr Lieben? Vielleicht mögt ihr diese Worte im Herzen tragen, wenn ihr wieder vermummten Menschen in Angst und Zerrissenheit begegnet? Das Heilmittel bist du SELBST, lieber Mensch. Vergiss die künstlich definierten, verschobenen Definitionen deines Seins, und danke dem Leben in dir! In diesem Sinne – habt eine wunderschöne, gesegnete Zeit des Friedens und der Zuversicht! Das wünschen euch in dankbarer Liebe Ilse-Maria und Jürgen

Der Schleier, der eure Augen umwölkt, wird gehoben werden von den Händen, die ihn webten.

Khalil Gibran